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Vortag |
Veränderung |
Datum/Zeit |
| 193,00 € |
191,20 € |
+1,80 € |
+0,94 % |
22.04/17:35 |
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| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
| DE0006766504 |
676650 |
- € |
- € |
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Aurubis kaufen 17.12.2009
Bankhaus Lampe
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Marc Gabriel, stuft die Aurubis-Aktie (ISIN DE0006766504 / WKN 676650) von "halten" auf "kaufen" herauf.
Aurubis habe die Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt. Dank eines wieder auf dem Vorjahresniveau liegenden Kupferpreises hätten die Bewertungseffekte aus dem Auftaktquartal im Jahresverlauf überkompensiert werden können. Das Unternehmen habe aufgrund dieser Bewertungseffekte, die in der BU Primärkupfer realisiert worden seien, das Ergebnis vor Steuern um fast 42 Mio. EUR positiv beeinflussen können. Dazu habe insbesondere der Einsatz von Derivativen beigetragen, denn der Kupferpreis habe zum Stichtag unwesentlich unterhalb des Vorjahresstichtagskurses von 6.379 USD gelegen.
Auch das operative Ergebnis habe im vierten Quartal überzeugen können. Mit 31,8 Mio. EUR habe es zwar leicht unterhalb der Analystenerwartung von 35,8 Mio. EUR gelegen, aber mit fast 16 Mio. EUR operativem Ergebnis in den letzten drei Monaten des Geschäftsjahres habe man beinahe den summierten Wert der ersten neun Monate erreichen können.
Noch besser sei die Free-Cash-Flow-Generierung gelaufen. Mit einem FCF von rund 500 Mio. EUR hätten die Verbindlichkeiten innerhalb eines Jahres um 300 Mio. EUR zurückgeführt werden, die Kasse mit 257,2 Mio. EUR gefüllt werden können und es seien für rund 53 Mio. EUR Finanzanlagen getätigt worden. Dabei handle es sich im Wesentlichen um eine Position in Salzgitter-Aktien. Im November habe das Untenehmen die vereinbarte Zahlung für die virtuelle Kraftwerkscheibe an dem neuen Kohlekraftwerk an Vattenfall (mittlerer zweistelliger Mio.-Betrag; BHLe: 50 Mio. EUR) gezahlt, wodurch sich das Unternehmen ab 2010 eine günstigere Stromversorgung sichere.
Die Salzgitter AG habe gemeldet, dass ihr Anteil an Aurubis inzwischen die Sperrminorität überschritten habe. Der Stahlkonzern halte 25,26% der Aurubis- Anteile und werde nach Erachten der Analysten seine Chancen nutzen, um den Anteil auf zunächst knapp unter 30% auszubauen. Dass das Investment in Aurubis werthaltig sei, spiegele sich im Buchwert der Aktie wider. Die rund 23 EUR (GJ 2008/09) Eigenkapital je Aktie würden ein Engagement auch nach unten absichern. Die Bilanzrelationen sehe man als fundamental sehr solide an.
Die Bewertungseffekte im Vorratsvermögen (Q1 -143 Mio. EUR vs. 43 Mio. EUR zum Bilanzstichtag; folglich ein Delta von 186 Mio. EUR im Geschäftsjahr) würden immer wieder zu Schwankungen bei den Ergebnissen führen, so dass die Vergleichbarkeit der Ergebnisse erschwert werde. Daher seien die Unternehmensziele, einen ROCE von 15% über einen Geschäftszyklus von fünf Jahren zu erzielen und den Rohertrag durchschnittlich um 10% zu erhöhen, mittelfristig ausgerichtet. Im Krisenjahr 2008/09 habe die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) gemäß Unternehmensdefinition bei 8,1% gelegen.
Folgende positive und negative Effekte sollten bei dem Ergebnis beachtet werden: 2009/10 sollten weiter 15 Mio. EUR Synergieeffekte (bislang 25 Mio. EUR) aus der Cumerio-Übernahme realisiert werden. Die positive Kupferpreisentwicklung sei u.a. in den Produktionskürzungen diverser Kupferhütten (aufgrund der Probleme beim Schwefelsäureabsatz) und der daraus resultierenden Kathodenversorgung des Marktes begründet. Aurubis habe im Gießdraht von dem teilweisen Rückzug von Nexans aus der eigenen Produktion profitiert und den Marktanteil entsprechend verbessern können. Die Primärkupferkapazitätsauslastung habe bei 97,5% gelegen, während die Anlagen der BU Kupferprodukte teilweise auf Kurzarbeit hätten zurückgreifen müssen.
Die Schmelz- und Raffinierlöhne (TC/RC) würden derzeit auf einem unbefriedigenden Niveau liegen. Die Bewertungseffekte bei den Vorräten hätten unterjährig zu hohen Schwankungen in den Ergebnissen geführt. Die Akquisitionen seien aufgrund der ungünstigen Finanzierungskonditionen bei M&A Transaktionen und unterschiedlicher Preisvorstellungen derzeit nicht akut.
Das Unternehmen habe in dem Krisenjahr bewiesen, dass es in der Lage sei, auch bei schwierigen Marktverhältnissen mit guten operativen Ergebnissen aufzuwarten. Die Bewertungseffekte seien teilweise mit Derivaten erzielt worden, was dafür spreche, dass sich das Unternehmen im Kupfergeschäft bestens auskenne. Die wesentlichen Risiken (Kupferpreisentwicklung und USD-Entwicklungen) könnten damit gesichert werden.
Der Median des Peer-Group-Vergleichs weise aktuell ein faires Kursniveau von 33,44 EUR aus, wobei die Analysten die Bewertung nach EV/Umsatz nicht berücksichtigen würden, da dieser Multiplikator das Ergebnis massiv nach oben verzerren würde. Bei der zweiten Modellierung, dem DCF-Modell, rechne man mit einem durchschnittlichen Kapitalkostensatz (WACC) von 9,11% und unterstelle in der Terminal Growth Phase kein Wachstum des Free-Cash-Flows. Daraus ermittle man ein faires Kursniveau von 37,30 EUR. Den Mittelwert beider Verfahren von 35,37 EUR würden die Analysten auf ihr neues Kursziel von 35,00 EUR (zuvor: 31,00 EUR) abrunden.
Da die Analysten vom Bankhaus Lampe mittelfristig auch mit einem Ausbau des Engagements durch Salzgitter rechnen, empfehlen sie den Kauf der Aurubis-Aktie. (Analyse vom 17.12.2009) (17.12.2009/ac/a/d)
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